Er ist der einzige Schweizer, der nebst Paul Bocuse und Joël Robuchon in Frankreich im Jahr 1989 mit dem Titel Koch des Jahrhunderts ausgezeichnet worden ist. Frédy Girardet hat die hohe Gastronomie in die Schweiz gebracht, hat unzählige Köche ausgebildet und ist trotz seines Erfolgs geradlinig geblieben. Aus dem bescheidenen Restaurant, welches er beim plötzlichen Tod seines Vaters 1965 übernehmen musste, hat er einen Tempel gemacht, der auch heute noch, unter der Führung des vierten Chefkochs, eine treue Anhängerschaft anzieht.

Im entlegensten Winkel des Kantons St. Gallen befindet sich das Dorf Lömmenschwil. In einem derart abgelegenen Ort ein Gastronomierestaurant zu übernehmen, welches erst noch dem Vorgänger nicht viel Glück gebracht hat, braucht viel Motivation und vor allem Mut. Bernadette Lisibach vereint diese beiden Charaktereigenschaften und hat es mit ihrer sehr persönlichen, kreativen, professionellen und enthusiastischen Kochkunst geschafft, Lömmenschwil wieder auf die Gourmet-Landkarte zu zaubern. Sie ist ein leuchtendes Beispiel für alle Frauen, die vielleicht an einer Karriere als Köchin zweifeln könnten.

Er wurde im ausgefallenen kleinen Restaurant Le Paysan Horloger in Le Boéchet (JU) entdeckt und hat sofort alle Stimmen eingeheimst. Der aus Montreux stammende Mathieu Bruno wurde im Gasthaus L’Auberge de l’Onde in St-Saphorin ausgebildet und mit dem Titel Entdeckung des Jahres von Gault&Millau 2015 ausgezeichnet. Seit drei Jahren führt er seinen Erfolg in Chardonne weiter: er lässt sein Talent in seinem Restaurant hoch über dem Lavaux und dem Genfersee walten. Seine graphisch gestalteten Gerichte spielen geschickt mit Geschmack, Farben und Konsistenzen – ein einzigartiges Merkmal.

Dem Freiburger Chefkoch mangelt es nicht an Mut. Nachdem er sich mit der Intuition von André Minder und dem Perfektionismus von Gérard Rabaey vertraut gemacht hat, hat er sich gewagt, mit seiner Frau Stéphanie zusammen das Restaurant Pont de Brent weiterzuführen. 2009 landete er beim internationalen Wettbewerb Goldener Bocuse auf dem fünften Rang. Zwei Jahre später kam er aus Kanada zurück, um die mythische Adresse oberhalb von Montreux zu übernehmen. Im Jahr 2018 hat er sich entschieden, für die Speisen seines 2-Sterne-Restaurants gänzlich auf importierte Produkte zu verzichten. Eine Herausforderung, die er auf brillante Weise meistert.

Talent ist eine Sache. Die Liebe fürs Kochen und der Wille, erfolgreich zu sein, eine andere. Ale Mordasini, der junge Chefkoch des Relais & Château Krone in Regensberg, hört nicht auf halbem Weg auf. Wo andere sich mit diesem Erfolg zufriedengeben würden, führt er seinen Weg über die Gipfel weiter. In seinem Restaurant setzt er seine Erfahrung und sein Talent praktisch um und erstaunt die Gäste mit überraschenden Gourmetgerichten. Seine Kochkunst ist sehr erfinderisch, modern und persönlich, ohne übertrieben oder banal zu sein. Ale Mordasini respektiert die Natur, die Jahreszeiten und regionale Produkte und ist für viele Kollegen ein perfektes Vorbild.

ZEREMONIE DER PREISVERLEIHUNG

KULINARISCHE MERITEN SCHWEIZ

In Anwesenheit von Guy Parmelin

Bundesrat

 

HOTEL BELLEVUE BERN, 15.juni 2020

 

 

 

 

 

 

PREISTRÄGER 2020

 

KULINARISCHES EHRENMERITUM

KULINARISCHES MERITUM

 

FRÉDY GIRARDET

BERNADETTE LISIBACH

MATHIEU BRUNO

STÉPHANE DÉCOTTERD

ALE MORDASINI

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